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Wohooo, meine Lieblingsfamilie kehrt bald auf die Kinoleinwand zurück! Simpsons Kinofilm 2027

  • Autorenbild: Sam Kohler
    Sam Kohler
  • vor 6 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Wer mich näher kennt, oder sich etwas länger in meinen vier Wänden aufhält, wird schnell feststellen: Hier wohnt ein Mann, der Fan einer ziemlich berühmten Familie ist. Wenn nicht sogar DIE berühmteste Familie der Welt. Nein, nicht die Kardashians. Diese sind für mich eher nur Beilage im Showbusiness. Doch auch diese Familie hat seit 1989 – mein Geburtsjahr – ihre eigene TV-Show, deren Titel ebenfalls ihren Familiennamen trägt, und inzwischen als längste im TV ausgestrahlte Sitcom gilt: Die Simpsons.



Doch spulen wir zu Beginn zurück in die Vergangenheit. Wenn ich so zurückdenke, kann ich kaum sagen, wann mein Herz für diese Familie zu pochen anfing. Denn es gab davor auch eine ganz andere – eher traumatische – Zeit. So kann ich mich noch gut daran erinnern, vor etwa 30 cm Körpergrösse, da war ich etwa einen Meter alt – entschuldige, gross –, als der Chor die Titelmusik der Serie anstimmte. Gemäss religiösen Erzählungen hört man irgendwann aus dem Himmel herab Posaunen, die die Apokalypse ankündigen sollen. Für mich waren das jeweils schon so ähnliche Momente, und ich machte mich schnell aus dem Staub. Meist rannte ich in mein Zimmer, direkt unter die Decke. Heute kann ich nicht mehr sagen, ob es an der Musik lag oder am Aussehen der Serienfiguren. Schliesslich handelt es sich hier um Figuren, die nicht alltäglich im Nachmittagsprogramm waren. Also genau die Zeit, in der auch Kinder vor dem Fernseher sassen. Oder es sich um keine gefährlichen Tiere handelt, die man als sympathische Zeichentrickfiguren darstellte. Dies, obwohl sie dich im realen Leben zerfleischen könnten. Beispielsweise ein Panther, der zufällig am Bau von Barbies neustem Haus vorbeilief, und rosa Farbe abbekommen hat. Ob er nun ab da anstelle schwarzen Fells ein rosa Fell trägt, und sich entscheidet, nur noch auf den zwei Hinterpfoten zu gehen: Es ist immer noch ein Panther.



Der Grund für die gelbe Farbe der Familie aus Springfield und deren Einwohner, ist jedenfalls längst bekannt. Wenn du ihn aber noch nicht kanntest, dann spätestens nach diesem Blogartikel. Denn die Macher erklärten, dass die Amerikanerinnen und Amerikaner als sogenannte Zapper galten. Vielleicht bist oder warst auch du selber eine Zapperin oder ein Zapper. Ich zumindest bin auch heute noch ab und zu einer. Bei Zapper handelt es sich um Menschen, die sich selten für ein TV-Programm entscheiden können. Die dann, mithilfe der Fernbedienung, über alle Sender nur so durchrasen. Das wussten damals auch die Macher der Simpsons, und entschieden sich so für die Hautfarbe gelb. Denn die gelbe Farbe sticht einem sofort ins Auge, auch wenn man nur kurz über den Sender zappt. Wirkungsvoll war es allemals, so dass Zapper bei den Simpsons stehenblieben. Doch heute, wo die Möglichkeit besteht, Filme und Serien zeitversetzt zu geniessen, ist die Spezies Zapper wohl langsam vom Aussterben bedroht. Zudem las ich schon oft, dass die Streamingdienste inzwischen dem regulären TV vorgezogen werden. Auch innerhalb meines Umfeldes fiel mir dieses Phänomen bereits auf. Doch das ist nicht der einzige, aber sicher bekannteste Grund für die gelbe Farbe. Während ich diesen Artikel hier schreibe, fand ich nun noch einen anderen. Denn Mike Reiss – langjähriger Co-Autor der Simpsons, und zudem vierfach ausgezeichneter Emmy-Gewinner – schrieb das Buch Springfield Confidential. Darin steht, dass es bei den Kindern der Familie – Maggie, Lisa und Bart – keine klare Trennung zwischen der Haut und dem Haaransatz gibt. Daher hätten sich die Macher für diese Art von gelber Farbe entschieden. Denn diese Farbe könne bei Zeichentrickfiguren sowohl für Haut- wie auch Haarfarben verwendet werden.



2007 kam die Familie erstmals und in voller Spielfilmlänge auf die Kinoleinwand. Leider erlebte Elisabeth Volkmann diesen geschichtsträchtigen Moment nicht mehr. Denn sie war es, die in über 16 Staffeln Marge Simpson und ihre beiden Zwillingsschwestern, Selma und Patty Bouvier, synchronisierte. In der 17. Staffel wirkte sie noch in den ersten elf Folgen mit, bevor sie im Juli 2006, im Alter von 70 Jahren, unerwartet verstarb. Aufgrund der daraus resultierenden Castings, die ohne Druck eine würdige Nachfolgerin als Synchronsprecherin suchten, pausierte ProSieben die 17. Staffel im Programm. Wie ich nun auch während meiner Recherche in einem Artikel vom 18. September 2006 auf quotenmeter.de las, war die Situation damals folgendermassen. "Brancheninsider vermuteten bereits, dass ProSieben die neue 17. Staffel unterbrechen werde. Und nun trifft dies ein. ProSieben unterbricht ab dem 12. November 2006 die 17. Staffel der «Simpsons», da Sprecherin Elisabeth Volkmann erst elf von 22 Folgen synchronisiert hat. Bis zur Fortsetzung im Januar 2007 zeigt der Sender sonntags Doppelfolgen der 16. Staffel."


Doch damit nicht genug. Leider traf noch ein weiterer unerwarteter Todesfall die deutsche Synchronfassung der Simpsons. Nur wenige Tage vor Veröffentlichung des obigen Artikels, am Freitag, dem 15. September 2006, verstarb Ivar Combrinck. Dieser war Regisseur des Synchronstudios, plus Dialogbuchautor der deutschen Fassung. Zusätzlich übernahm der damals 63-Jährige auch immer wieder ein paar der Nebenrollen. Zum Beispiel Barts Erzfeind mit der roten Palmenfrisur, Tingeltangel-Bob oder Zapp Brannigan in Futurama.



Im Oktober 2006 endeten dann die Castings und es ging an die Synchronarbeiten der übrigen 11 Folgen der 17. Staffel. Am Mittwoch, dem 14. Januar 2007, war es dann so weit. Nach der Staffelpause hörten die Fans nun erstmals die neue Stimme von Marge Simpson. Anke Engelke – meiner Meinung nach eine würdige Nachfolgerin – war ab da die neue deutsche Stimme von Marge. Die Rollen ihrer Zwillingsschwestern übernahm ab diesem Zeitpunkt Angelika Bender. Weil in den vorherigen elf Folgen noch einige Sätze von Marge nachkorrigiert werden mussten, Volkmann dafür aber leider nicht mehr zur Verfügung stand, sprang Angelika Bender für diese Korrektursätze ein. Am Ende entschied man sich dann aber, Marge in den zukünftigen Folgen nur noch von Anke Engelke verkörpern zu lassen. So auch im ersten Spielfilm der Simpsons. Wenn ich mich noch richtig daran erinnere, so erfuhr ich davon erstmals in einem Heft der Bravo. Bitte nicht auslachen und gleich wieder vergessen! Es war ein richtig toller Moment, zu erfahren, dass Schöpfer Matt Groening und sein Team erstmals einen ganzen Spielfilm mit den Simpsons rausbringen werden. Zu diesem Zeitpunkt dauerte es aber noch eine Weile, bis er in den Kinos startete.



Hier noch interessante Fakten zum ersten Kinofilm:


  • Twentieth Century Fox, das Produktionsunternehmen, welches damals die Rechte an den Simpsons hatte, bevor diese durch den Verkauf an Disney übergingen, registrierte für den Film extra die Domain simpsonsmovie.com – jedoch schon 1997, also zehn Jahre, bevor der Film in die Kinos kam.


  • Das Budget für den Film betrug 75 Millionen, wobei allein am ersten Tag nach dem Kinostart in den USA 29 Millionen US-Dollar eingespielt wurden. Beachtet man auch das weltweite Einspielergebnis, belief sich dieses auf über 536 Millionen US-Dollar. Gemäss Zahlen waren es allein in der Schweiz 5,5 Millionen US-Dollar. Heute befindet sich der Film auf Platz 254 der erfolgreichsten Kinofilme. Auf Platz 1 dominiert Avatar mit einem weltweiten Einspielergebnis von 2,9 Milliarden US-Dollar.


  • Anlässlich des Filmstarts verwandelte die bekannte US-Supermarktkette 7-Eleven zu Werbezwecken zwölf ihrer nordamerikanischen Filialen in Kwik-E-Marts. Kwik-E-Mart ist ein Supermarkt in Springfield, bei dem vor allem Homer und Bart Stammkunden sind. Fans hatten also die Möglichkeit, bekannte Simpsons-Produkte wie KrustyO's-Müsli, Buzz-Cola – und sogar Comics von Radioactive-Man, einem Comicsuperhelden – zu kaufen. Das Einzige, was nicht verkauft wurde, war Duff-Bier. Da es sich um einen Familienfilm handelte, wollte man auf Alkohol verzichten.


2027 ist es so weit, und wir bekommen nach zwanzig Jahren einen zweiten Kinofilm der Familie Simpson zu sehen. Mitte August fand nun auch wieder die nächste D23 von Disney statt – einem Event des offiziellen Fanclubs von Disney, das alle zwei Jahre über die Bühne geht und auf dem unter anderem Filme, Videospiele und Attraktionen von Disneys Freizeitparks vorgestellt werden. Da gab es auch einen kleinen Einblick in den nächsten Film der Simpsons. Zwar noch keinen fertigen Trailer. Jedoch gab es eine Szene aus einzelnen, noch unfertigen Frames zu sehen, die dann fertig im Film zu sehen sein wird. Wer mich auf Social Media verfolgt, hat vielleicht das Kurzvideo betreffend den kommenden Film von mir gesehen. Darin erkläre ich, dass man den nächsten Film nicht erst als zweiten Kinofilm, sondern schon als dritten Kinofilm der Simpsons sehen könnte. Denn im Jahr 2012, als der Animationsfilm Ice Age 4 – Voll verschoben in den USA startete, bekam man dort vorher einen Kurzfilm namens The Longest Daycare serviert.


Englisches Filmposter von The Longest Daycare mit Maggie Simpson. Das Licht aus einem beleuchteten Zimmer fällt in den Raum, und beleuchtet den Filmtitel.

Dieser begleitet Maggie, das jüngste Mitglied der Simpsons, während eines KiTa-Tags.

Gerade mal fünf Minuten dauert der Kurzfilm, und kommt komplett ohne Sprache aus. Später wurde er auch für einen Oscar nominiert. Leider blieb es bei einer Nominierung. Doch da dieser Kurzfilm erstmals im Kino präsentiert wurde, und zudem auch erstmals 3D-Technik anwendete, kann er grundsätzlich als zweiter Kinofilm angesehen werden. Und ja, es war gerade die Zeit, wo alle mit einer 3D-Brille auf der Nase im Kino sassen. Wenn du den Kurzfilm gerne selber noch sehen möchtest, und genug Geld zusammengebracht hast, um dir Disney Plus zu leisten, hast du jetzt die Chance. Such bei Disney Plus einfach nach The Longest Daycare oder Der längste Kita-Tag. Und wenn du keine Lust zum Suchen hast, dann gelangst du direkt hier zum Kurzfilm: Hier klicken (Mitgliedschaft vorausgesetzt)


Deutsches Filmposter von Der längste Kita-Tag mit Maggie Simpson. Maggie wird von ihrem Erzrivale Gerald.

So kannst auch du vor deinem Umfeld angeben und sagen, dass du bereits den zweiten Simpsons Kinofilm gesehen hast. Ich, zumindest für meinen Teil, kann es kaum erwarten bis es so weit ist! Denn was ist schon GTA 6, wenn man als Fan einen dritten Kinofilm der Simpsons bekommt?


Vielen Dank dass du da warst, und ich wünsche dir eine schöne Woche.

Sam




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