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Dieser Film sprüht nur so von Emotionen

  • Autorenbild: Sam Kohler
    Sam Kohler
  • 5. Juni
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Da ich bald Geburtstag habe, bekam ich eine E-Mail von meinem Mobilfunkanbieter. Als Geburtstagsgeschenk - wow, so früh wurde ich noch nie beschenkt - könne ich zwischen zwei Optionen auswählen.



Option A: Einen Gutschein von 50 CHF, also umgerechnet 54.50 Euro - für dass wir unsere Nachbarn in meinem Gedankenstrang noch miteinbeziehen - den ich ihn ihrem eigenen Shop verwenden kann. Zum Beispiel als Rabatt auf ein neues Handy.


Option B: Fünf Gutscheincodes, mit denen ich jeweils einen Film ausleihen kann. Einzig, um den Gutschein einsetzen zu können - natürlich war da noch ein Aber, denn schliesslich sprechen wir hier von Streaming - gab‘s die Bedingung, dass der Film glaube ich maximal 7.50 CHF, also umgerechnet 8.20 Euro kosten darf, denn es gibt auch schon Filme die kürzlich im Kino liefen, sowie nur diese Filme zur Auswahl stehen, welche tatsächlich zur Einlösung mit dem Gutschein markiert sind.


Für was entschied ich mich also am Ende? Nun, ich entschied mich für Option B, da mein Handy vom Modell her betrachtet eh schon im Rentenalter ist.


So öffnete ich gleich am darauffolgenden Abend mal die App auf dem TV, und scrollte ein wenig durch das Angebot. Schnell stellte ich fest, dass die von mir interessierten Filme entweder zu teuer im Angebot liegen - wir erinnern uns an die ca. 7.50 CHF -, oder der Film „nur“ zum Kauf angeboten wird. Und hier möchte ich gerne mal festhalten, und ihr es mir hoffentlich gleichtut, warum ich nie meine DVD- oder BluRayfilme mehr hergebe. Denn geht die Firma irgendwann Konkurs, so verschwindet am Ende auch das Portal und die von dir darin gekauften Filme. Und leider kommt es immer mehr zu so einer Abhängigkeit durch Firmen. Doch wenn ich den Film regulär im Handel kaufe, so kann am Ende entweder das Gerät nicht mehr funktionieren, oder die Disc schon so viele Kratzer haben - wer solche Disc hat sollte keine Discs besitzen - um den Film nicht mehr sehen zu können. Es ist dazu einfach noch ein besseres Gefühl, den Moment zu erleben wo die Disc anspringt, du auf das Menü gespannt bist, ob es denn mit Liebe oder ohne Herz gestaltet wurde - zumindest ist es bei mir so - und den Film starten darfst, ohne dass dir zuerst gleich ein Trailer oder eine Szene gezeigt wird, dass dir die Handlung schon verrät. Doch ich schweife ab, und war eine lange Festhaltung. (Tue ich noch öfters, vertraut mir! 😉)

Jedenfalls deshalb bin ich dafür, dass Filme und Serien auf Disc nie aussterben dürfen.

Doch der grösste Zeitfresser, beim durchstöbern der Filme, war ein ganz anderer. Denn die Kennzeichnung, ob ein Film nun mit dem Gutschein gemietet werden kann oder nicht, war ersten Moment gar nicht ausserhalb direkt ersichtlich, oh nein. So passierte es mir paar Mal, dass ich nach und nach zwar einen für mich interessanten Film entdeckte, plus der Preis nicht über den ca. 7.50 CHF lag, doch im nächsten Fenster, wo es dann zur Kauf- oder Mietabwicklung kommt, noch mehr Informationen zum Film stehen, der Button für die Abwicklung via Gutschein fehlte.


Doch am Ende fand ich dann einen Film, der alle Vorraussetzungen erfüllte. Und gerne möchte ich euch von diesem Film erzählen. Nun gut, zwar war ich danach nochmals kurz sauer auf mich selber, doch ihr werdet auch sicher das dann gleich verstehen. (Ich hoffe es zumindest, dass ihr mir da dann nachfühlt.)



Ich bin ein typisches 90er Kind. Zwar im Jahr 1989 geboren - Hier sollte jetzt so ein typisches Dino Meme-Video eingeblendet werden - , doch meine Kindheitstagen fanden vor allem in den 90er Jahren statt. Früh begann ich Filme lieben und zu schätzen, sowie auch die Schauspielerinnen und Schauspieler, die darin auftraten. Einer davon war Brendan Fraser, den ich in seiner Rolle als George, im gleichnamigen Film, George - Der aus dem Dschungel kam, sofort mochte. Über die Fortsetzung sprechen wir mal nicht. Oder später auch in seiner Paraderolle, als Abenteurer Rick O‘Connell, im Film Die Mumie, von 1999. (Ja, rechnerisch gesehen war ich da eigentlich noch zu jung für den Film….😅) Doch ich schweife wieder ab. (Teuflisch war auch super, hust, hust)



Jedenfalls stoppte ich bei einem Cover, auf dem klar ersichtlich Brendan Fraser darauf zu sehen ist. Auf seiner Schulter trägt er ein Mädchen, inmitten lachender Menschen. In grossen gelben Buchstaben der Filmtitel: Rental Family

Rein zu den Infos, und siehe da: Der Button mit für die Abbuchung per Gutschein war tatsächlich vorhanden! Doch bevor ich den Film gleich miete, gebe ich mir vorweg noch kurz den Trailer. Ergebnis: Allein schon nach dem Trailer, der wohl die richtigen Ausschnitte zeigt, füllten sich meine Augen bereits ein wenig mit dem „hausgemachten Salzwasser“, aus der eigenen Produktion.

Kein Zögern also! Gutscheincode eingeben, und den Film starten.

Wichtig und guter Tipp: Das Handy immer WEIT WEG legen, um sich völlig auf den Film einlassen zu können.


Worüber handelt der Film, für dessen Regie, Drehbuch und Produktion, die Filmemacherin Hikari verantwortlich war?


Seit mehreren Jahren lebt ein amerikanischer Schauspieler, namens Philip Vanderploeg - da musste ich auch zweimal lesen - in Tokio, Japan, und nennt es sein Zuhause. Bis auf kleine Rollen, eher nebenbesetzt oder in Werbungen, erreichte er es bis jetzt noch nicht zu der grossen Rolle. Doch eine Agentur, namens Rental Family - wir erinnern uns an den Filmtitel -, deren Kerngeschäft es ist familiäre und soziale Rollen im realen Leben durch Schauspielerinnen und Schauspielern zu besetzen, heuert Philip für ein Engagement an.

Zum Beispiel wird Philip beauftragt, den besten Freund eines Mannes zu verkörpern. Dessen, in seinen Mitte 30er Jahren, liebste Beschäftigung es ist, Videospiele zu spielen. So sieht man ihn und Philip zusammen vor dem TV Videospiele spielen. (Es war eine Dreamcast. Ach, wie ich sie vermisse….)

Doch nicht jedes Engagement ist so leicht zu bewältigen, und er beginnt nach und nach zu hinterfragen - trotz guter Gage - ob dieser Job der richtige für ihn ist, und die Agentur nicht zu weit geht. Denn es kommt auch zu Engagements, bei denen die SchauspielerInnen über ihre Grenzen hinaus gehen müssen. Zum Beispiel, wenn es darum geht die Rolle eines Vaters zu verkörpern.



Wie war mein Empfinden, während und nach dem Film?


Rental Family weiss genau, an welchen Stellen Sie die traurige Musik starten muss. Brendan Fraser glänzt förmlich in dieser Rolle, und ist für mich ein völlig anderer Brendan Fraser. Denn ich habe bis heute - Schande auf mein Haupt -, leider den Film „The Whale“, für den er mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, noch nicht gesehen. Ich persönlich erlebte ihn bisher eher in witzigen Rollen.

Eine Herausforderung, und zugleich neuer Anstrich, waren die Dialoge. Wo man Brendan meist in seiner Muttersprache sprechen hört, so spricht er hier und da mit den Einwohnern und Mitarbeitern auch japanisch. Wer jetzt aber denkt, dass hier ebenfalls eine Synchronisation stattfand, der irrt sich gewaltig. Prompt ploppen Untertitel auf, während im Film die japanische Sprache zu hören ist. Schliesslich muss man sich bewusst sein, dass Philip schon seit mehreren Jahren in Japan lebt, und man am Ende begreift:

„Ahso, die Geschichte folgt ja vor allem Philip. Und er versteht ja die japanische Sprache. Warum also sollten plötzlich alle um ihn herum seine Muttersprache sprechen?“

Doch auch in Momenten, wo kein Dialog zu hören ist, so spürt man trotzdem was gerade in Philip vorgehen muss, der zwar die Sprache Japanisch ganz klar beherrscht, scheinbar aber noch nicht dessen ganze Kultur inne hat.

Wie aber im Trailer schon, so drückte es mir während dem Film an der ein oder anderen Stelle auf die Tränendrüse. Jedoch abwechselnd durch lustige Pointen, oder dramatischen Situationen. Zumindest wird einem durch den Film nochmals mehr bewusst, dass du noch lange in einem Land fremd sein kannst, auch wenn du dessen Sprache beherrschst.


Entscheidet doch ihr mal, ob ich auch sowas wie eine Art Raiting einbauen soll. So 5 Popcornbecher = der Film war super. 1 Popcornbecher, und der Film war so gar nichts. Entweder gerne per Feedback unten als Kommentar, oder auch via den sozialen Medien.


So, kommen wir aber noch zur Auflösung, warum ich nach dem Film nochmals kurz sauer wurde. (Keine Sorge, ich warf noch nie mit Gegenständen um mich, wenn ich sauer war. Meine Grösse allein reicht da völlig, um sich im Raum rumzuwerfen.🥲)

Jedenfalls las ich nach der Sichtung des Films noch ein wenig darüber, und stellte am Ende fest, dass er auf einem Streaminganbieter bereits verfügbar ist. Sprich: Ich hätte mir die Eingabe des Codes, sowie auch dessen Verbrauch, sparen können. Doch am Ende des Tages, bekam ich ein wirklich schönen Film zu sehen, der mein Herz für ein Moment wieder glühen liess.


Bis zum nächsten Mal, euer Sam




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2 Kommentare

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Der Hase
05. Juni
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Hallo Sam, habe vor etwa 1-2 Monaten den Film gesehen und mir gefiel er außerordentlich Gut. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich Brendan Fraser erst seit "The Whale" wider mehr im Fokus habe. Den solltest du wirklich noch nachholen, auch wenn ich den Schluss vom Film doch etwas drüber fand!

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Sam Kohler
Sam Kohler
06. Juni
Antwort an

Vielen Dank für dein Feedback. Er hat mich richtig überrascht, auch schon allein von den Aufnahmen der Landschaft. Werde Whale auf jeden Fall noch nachholen, und mich dann auf den Schluss fokussieren, damit ich verstehe was du damit meinst. :) Merci

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